Klettersteig Beschreibung

Klettersteige (Via Ferrata)

Geschichtliches:

 Das Entstehen des heutigen Klettersteigs kann man in drei „Epochen” unterteilen:

Bau der ersten Klettersteige in Europa:

 

Weltkriegs-Steige:

Viele sehen den Ursprung der modernen Klettersteige im Ersten Weltkrieg. Österreich-Ungarn führte in Südtirol und im Gebiet des heutigen Slowenien einen Gebirgskrieg gegen Italien, in dem um jeden Gipfel gekämpft wurde. Dafür mussten natürlich Zugangswege für Patrouillen und Nachschub geschaffen werden. Ein Beispiel ist der sogenannte Leiternsteig am Toblinger Knoten in den Sextener Dolomiten.

 

Moderne Sportklettersteige:

Neuzeitliche Steige unterscheiden sich meist durch besondere Attraktionen oder Schwierigkeiten von den herkömmlichen Steigen. Beispielsweise werden Überhänge oder Seilbrücken in den Steig miteinbezogen. Diese Steige sind meist aus der Überlegung heraus angelegt, dem sportlichen Bergtouristen neue Herausforderungen zu bieten. Initiatoren sind oftmals die örtlichen Tourismusverbände oder Seilbahngesellschaften.

Das wesentliche Bauelement eines Klettersteiges ist üblicherweise ein Drahtseil, das je nach Gelände, in unterschiedlichen Abständen im Fels verankert ist. Dieses Seil dient ähnlich einem Fixseil sowohl als Hilfe zum Aufstieg als auch zur Sicherung. Manche Klettersteige (vor allem in den Westalpen) sind auch mit zwei getrennten Drahtseilen für die Sicherung und zum Halten ausgestattet. Darüber hinaus gibt es auch weitere, meist aus Eisen gefertigte Hilfen wie Klammern, Stifte, Leitern und Brücken. Manchmal findet man auch künstlich in den Fels geschlagene Griffe und Tritte.

 

Klettersteigausrüstung:

Wir empfehlen aufgrund der UIAA(Union Internationale des Associations d’Alpinisme, auf deutsch in etwa „Internationale Union der Alpinismusvereinigungen“)-Vorschrift  und des DAV-Sicherheitskreises zur Begehung eines Klettersteigs folgende klettersteigspezifische Ausrüstung (zusätzlich zur allgemeinen Ausrüstung für alpines Gelände: Bekleidung, Schuhe, Witterungsschutz, Proviant etc.):

  • Kletterkomplettgurt oder eine Kombination aus Hüftgurt und Brustgurt (Es gibt keinen speziellen Klettersteiggurt, sondern man verwendet Alpin- oder Sportklettergurte)
  • UIAA-geprüfter Bergsteigerhelm
  • Klettersteigset nach UIAA-Norm (Eine Standplatzsicherung in Form einer fest eingebundenen Bandschlinge ist keine Option, da diese eine Sturzbelastung aus mehreren Metern nicht unbedingt aushält und die fehlende dynamische Bremse zu erheblichen Verletzungen führen kann.)
  • Klettersteighandschuhe schützen vor Verletzungen am Stahlseil
  • Kleinteile wie Karabiner, Bandschlingen etc.

Unsere Klettersteigsets entsprechen der UIAA-Norm und bestehen aus einer Seilbremse und zwei Verbindungsseilen mit jeweils einem Klettersteigkarabiner.

Die Ausführungen sind Unterschiedlich und je nach Hersteller mit Besonderheiten und Applikationen versehen.

Zusätzlich ist, je nach Lage und Länge des Klettersteiges, alpine Ausrüstung (Wetterschutzkleidung, Handschuhe, Sonnenbrille, Biwaksack, Flüssigkeit und Nahrung etc.) notwendig.

Bei schwierigen Sportklettersteigen können Kletterschuhe als Ausrüstung notwendig sein, da keine großen Felstritte oder künstliche Tritte vorhanden sind.

 

Schwierigkeiten:

Klettersteige werden in folgende Schwierigkeitsstufen unterschieden:

 

A (wenig schwierig):                     

  • flaches bis steiles Gelände, meist felsig oder von Felsen durchsetzt
  • Drahtseile, Ketten oder Eisenstifte als Sicherungs- und Fortbewegungsmittel
  • Schwindelfreiheit und Trittsicherheit empfohlen
  • Grundkondition in den meisten Fällen ausreichend

 

B (mäßig schwierig):

  • etwas Kraftausdauer von Nöten
  • Steileres Felsgelände, teilweise kleine Tritte, mit ausgesetzten Stellen
  • Drahtseile, Ketten, Eisenklammern und längere Leitern zum überbrücken senkrechter Felsabschnitte
  • Kraft und Ausdauer in Armen und Beinen deutlich von Vorteil

 

C (schwierig):

  • größtenteils schwierig, anstrengend und kräfteraubend
  • Steiles bis sehr steiles Felsgelände, meist kleine Tritte, längere bzw. sehr häufig ausgesetzte Passagen
  • Drahtseile, Eisenklammern, Trittstifte, oft längere und sogar überhängende Leitern, Klammern und Stifte können weiter auseinander liegen, in senkrechten Abschnitten manchmal auch nur ein Drahtseil
  • gute Kondition da längere Anstiege in diesem Schwierigkeitsgrad bereits zu den großen Klettersteig-Unternehmungen zählen Klettersteigausrüstung
  • Ungeübte und Kinder eventuell mit Seil sichern

 

D (sehr schwierig):

  • sehr anstrengend und sehr kräfteraubend
  • Senkrechtes, mitunter überhängendes Gelände, meist stark ausgesetzt
  • Große Abstände zwischen Eisenklammern oder Trittstiften, an ausgesetzten Stellen oft nur
  • gute Kondition, guter körperlicher Zustand, genug Kraft in Armen und Händen für überhängendes und senkrechtes Gelände, kleine Kletterstellen (bis zum 2. Schwierigkeitsgrad) ohne Sicherung möglich
  • Klettersteigausrüstung unverzichtbar, teilweise Seilschaften anzutreffen, ungeeignet für Kinder und Ungeübte

 

E (extrem schwierig):

  • sehr anstrengend und äußerst kräfteraubend, sehr gute Ausdauerkraft von Nöten Senkrechtes bis überhängendes Gelände, durchweg ausgesetzt, sehr kleine Tritte oder Reibungskletterei
  • Große Abstände, oft mit Kletterei kombiniert
  • Viel Kraft in den Händen (Finger) Armen und Beinen, erhöhtes Maß an Kondition, Beweglichkeit, Hauptlast liegt über langen Strecken auf den Armen Klettersteigausrüstung unverzichtbar, Seilschaftsverband an Stellen ohne Sicherungsmitteln Überlegenswert, für Ungeübte und Kinder ungeeignet

 

Quelle: Wikipedia

 

Wer jetzt Lust bekommen hat, oder Fragen zur Ausrüstung etc. hat, der soll sich einfach bei uns im Laden melden. Wir helfen Euch gern weiter!