Wanderschuhe

Welchen Schuh brauche Ich, für meine Ansprüche?

Im Vorfeld des Schuhkaufes sollten ein paar Fragen geklärt werden:

- in welchem Terrain setze ich den Schuh ein: auf Waldwegen, auf     Schotterpisten/Geröll oder sogar Hochalpin bei Schnee und Eis

- welches Einsatzgebiet? Wandern, Trekking, Hochtour usw.

- welches, bzw. wie viel Gepäck trage ich mit mir

- in welchen klimatischen Bedingungen trage ich den Schuh, ist Wasserdichtigkeit wichtig/nötig?

So kommen wir dem richtigen Wanderschuh Stück für Stück näher.

Als nächsten Schritt, müssen wir die passende Größe wählen. Dort sollte man einfach den Fuß entscheiden lassen. Soll heißen, nur weil ich immer eine Schuhgröße 42 getragen habe, muss nicht auch gleich die 42 in dem Wanderschuh die passende sein.

Zu beachten gilt: jeder Schuhhersteller schneidert mit anderen Leisten, so dass die Schuhe immer unterschiedlich in der Größe ausfallen. Desweiteren schwillt ein Fuß im Laufe des Tages an. Dies kann dazu führen, dass die am Morgen so gut passende Größe plötzlich eine halbe/Ganze Nummer zu klein wird. Auch eine dicke Wandersocke benötigt mehr Platz als eine ungefütterte Socke. Langes Bergab gehen erfordert einen „Mindestspielraum“ von 0,5cm. Jeder kennt das lästige Drücken auf Zehen, welche dann blau werden. Wir empfehlen einen „Luftraum“ von ca. 1 -1,5cm bei „ausgeruhten“ Füßen.

 

 

Schuhkategorien

Wandern - geringer Abrollwiderstand der Sohle (weichere Sohle)

- gute Steifigkeit, aber nicht zu fest

- gute, softe Dämpfung

- kein zu grobes Profil notwendig

- halbhoher, leichter Schuh, meist aus Kunstleder, bzw. Kunststoff

 

 

Trekking - verstärkter Abrollwiderstand

- gesteigerte Sohlensteifigkeit

- gute, „straffe“ Dämpfung

- gröberes Profil

- eventuelle „Kletterzone“ im Frontsohlenbereich  für Bergsteiger

- Obermaterial: Nubukleder, wenig Kunstfaser

Hochtouren - hoher Abrollwiderstand

- Standfestigkeit auch bei kleinen Tritten

- Steigeisenfestigkeit

- harte Dämpfung nur im Fersenbereich

- grobes Profil, sorgt für guten Halt

- Obermaterial: Leder(meist Nubuk)

-  mit oder ohne technischen Zusätzen wie Kevlar etc. (dient der Gewichtsreduzierung)

 

Zum Schluss noch eine wichtige Frage, welches Innenfutter nehme ich?

Leder: ist sehr gut für Tagestouren, bei jeglichen klimatischen Bedingungen. Es ist langlebig, nimmt viel Feuchtigkeit auf und hat das bessere Fußklima. Im Sommer hat es den positiven Effekt dass es kühlend wirkt und sehr gut atmungsaktiv ist.

Nachteilig ist das schlechte Trocknungsverhalten, gerade bei Mehrtagestouren.

Zum richtigen trocknen, braucht ein Lederschuh schon mal 2-3 Tage. Das trocknen sollte bei Raumtemperatur erfolgen.

Membrane:  Schuhe welche mit Membrane oder Beschichtungen ausgestattet sind, schützen zuverlässig vor Nässe (von außen) und sind mit einem Kunstfaserfutter versehen. Dieses hat den Vorteil, dass es nur die Feuchtigkeit (Fußschweiß) aufnehmen muss und diesen rasch wieder abgibt.

Somit hat man, gerade bei Mehrtagestouren, stets einen trockenen Schuh am nächsten Morgen. Schlechter hingegen ist das Fußklima (man schwitzt schneller, riecht eher) und die Atmungsaktivität ist nicht so hoch wie bei einem mit Leder gefütterten Schuh.