Dachsbegegnungen

Wer von Euch kann behaupten schon mal einen Dachs gesehen zu haben? Und damit meine ich nicht überfahren am Straßenrand.

In diesem Blog möchte ich von meinen ersten Erlebnissen am Dachsbau berichten.Aber vorher erst einmal etwas zu meinem ständigen Begleiter. Dieser folgt mir Quasi auf Schritt und Tritt bei meinen Touren durch das unwegsame Gelände. Die Rede ist von meinem Wanderschuh, einem Paar Hanwag Tatra Wide GTX.  Ausgestattet ist der Nubuklederschuh mit einer wasserdichten Gore Tex Membran um auch bei der nassester Witterung, trockenen Fußes heim zu kommen und die Vibramsohle sorgt für den nötigen Grip. Seit drei Jahre begleitet mich dieser Schuh und Ich möchte ihn echt nicht mehr missen. Super bequem, meistert er spielend jede Situation. 

Nun zurück zum eigentlichen Thema.

2015 sind wir wieder ins heimatliche Chemnitz zurück gezogen und haben somit gleich unwissentlich den Grundstein für neue Leidenschaften gelegt, die Tierbeobachtung und Fotografie.

Endlich wieder Wald vor der Haustür. In meiner alten Heimat war dieser stets in weiter Ferne. Umso mehr genoss ich es nun mit meinem Sohn Ausflüge, die wir nun immer häufiger starteten, in die Wälder zu unternehmen. Anfangs haben wir viel gebastelt, dabei sind uns immer häufiger heimische Tierarten begegnet. Als wir dann wussten wo die Rehe sich aufhielten, musste dann unser Camcorder für erste Aufnahmen her halten. So war das Feuer in uns entfacht. Anfänglich war es Rehwild, Fuchs und Specht, die wir beobachteten. Nach einiger sah ich bei einem Angelfreund wunderschöne Dachsfotos. Das hat mich so sehr fasziniert, das ich diesen geheimnisvollen Grimmbart auch einmal beobachten wollte. Als ich wieder mal vor mich hin träumte, fiel mir ein das ich vor vielen Jahren beim Pilze sammeln am Chemnitzer Stadtrand ein großes Höhlenlabyrinth fand. Irgendwie würde das zum Dachs passen. In den folgenden Tagen diente mir das Internet zur Informationsbeschaffung, um alles wissenswerte über die nachtaktive Marderart heraus zu finden. Und dann war es soweit, Ich besuchte das mir in Erinnerung gebliebene Höhlensystem. Es war genau da wo ich es vermutete und alles deutete darauf hin das dort tatsächlich Dachse hausten. Es gab Höhleneingänge mit starken und vor allem frischen Erdaushub. Auch die typischen Dachsrutschen konnte man sehr schön erkennen. Der Bau befand sich in Hanglage und war zwischen den großen Fichten von oben gut einsehbar. Somit war die halbe Miete schon mal drin. Eine Woche später folgte an einem warmen Nachmittag der erste Probeansitz. Ich setzte mich gemütlich ins Gras und beobachtete 2 Stunden lang den Dachsbau. In dieser Zeit äßte in aller Seelenruhe ein junger Rehbock neben den Höhlen und auch ein Fuchs lies sich blicken um sein Revier zu markieren. Ich hatte gelesen das der Fuchs oft als Untermieter beim Grimmbart wohnt und dort teilweise sogar seine Jungen Groß zieht . Erfreut über diese Beobachtungen ging es heim, um eine Woche später den ersten Dämmerungsansitz zu wagen. Gemeisam mit meinem Angelfreund saßen wir bis es stockdunkel war. Jedoch ohne irgendeine Sichtung. Ein paar Tage später saß ich wieder mit der untergehenden Sonne in 100m Entfernung am Dachsbau. Kurz bevor ich schon heim wollte, da man fast nichts mehr sah, zeigt sich mir der erste Dachs. Vor Aufregung vergaß ich gleich die Kamera anzuschalten.  

Ich konnte ihn zwei Minuten lang beobachten bevor er ständig mit erhobener Nase in meine Richtung schaute und plötzlich wieder im Bau verschwand.

Aber was war passiert?

Durch meine Recherchen wusste ich das die Augen nicht sonderlich gut ausgeprägt waren. Dafür aber der Geruchssinn um so mehr. Da hab ich die Rechnung wohl ohne den Wind gemacht. Wieder was gelernt. 

Mit diesem Wissen konnte ich in den darauf folgenden Wochen mehrfach die gesamte Dachsfamilie bei ihren abendlichen Ausflügen beobachten. Einfach traumhaft. Anfangs kam immer erst ein erfahrenes Alttier aus dem Bau um die Umgebung zu prüfen. Nach und nach zeigten sich dann auch die anderen Familienmitglieder.

Ihr glaubt gar nicht wie laut Dachse sein können wenn sie durchs Unterholz wuseln. Sie waren so sehr beschäftigt das ich stets unbemerkt davon schleichen konnte obwohl ich mittlerweile nur noch ca. 50m entfernt saß. Selbst ein laut knackender Ast, auf den ich trat , störte sie nicht. Ein unbeschreibliches Gefühl diese Tiere zu beobachten ohne dabei zu stören. Zuhause zeigte ich dann meinem Sohn die ersten Dachsbilder. Daraufhin fragte er mich ob er auch mal mit kann. Dem stand nichts im Wege und so hockten wir zwei Wochen später gemeinsam unter einer dunklen Wolldecke am Rande des Dachsbaus und warteten. Ich sagte ihm noch das er sehr geduldig sein muss da wir schon ein ganzes Stück vor der Dämmerung da waren. Und ausgerechnet heute mussten wir keine 15 Minuten warten und die gesamte Familie Grimmbart zeigte sich im besten Abendlicht. Wir konnten sogar flüstern. Nach einer halben Stunde Beobachtung schlichen wir dann davon. Da war aber jemand mächtig stolz und hatte zu Hause einiges zu berichten. Manchmal kann es so einfach sein. Mittlerweile habe ich auf meinen Touren immer weitere Dachsbauten gefunden, die ich gelegentlich besuche.

Das soll es für heute gewesen sein. Mit freundlichen Grüßen, Stefan.